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Interview mit Arnold+Sukroso

Interview mit Arnold+Sukroso

Arnold+Sukroso
Die Musiker Robin Sukroso und Sebastian Arnold luden uns am 9. Mai dazu ein in ihre Welt der elektronischen Klänge einzutauchen und beeindruckten mit technischem Know-How und intensiven Beats. Ein unvergessliches Audioerlebnis, das die Zuhörer gefesselt hat! Was alles dahinter steckt und warum ihre Musik so viele begeistert, erfahrt ihr im exklusiven Interview mit Ihnen!

 
Michal, Actionhouse: „Was für Instrumente spielt ihr da eigentlich?“
Robin: „In erster Linie spiele ich eine selbstgebaute Gitarre, die ACPAD-Gitarre welche dieses Jahr als markttaugliches Produkt vertrieben wird. Ich kann damit ganz normal akustisch spielen, aber auch Schlagzeugelemente, Basselemente und Synthesizer-Sounds steuern.“
Sebastian: „Ich kombiniere auch mehrere Instrumente: ein akustisches Schlagzeug, wie man es in einer Band oder im Jazz spielt, gemeinsam mit einem elektrischen E-Drum, mit dem ich Technosounds erzeugen kann. Meine Idee war es, neben dem Rhythmus auch Töne mit meinen Drumsticks zu spielen.“

 
Maike, Actionhouse: „Wie seid ihr zur Musik gekommen?“
Sebastian: „Durch meine Familie. Ich wollte von Anfang an Schlagzeug lernen, allerdings fand die Idee keiner so wirklich gut. Sie wollten mich eher dazu überreden „ein richtiges Instrument“ zu lernen.“
Robin: „Bei mir war das mit 12, Gitarre unter dem Christbaum – meine Eltern hätten allerdings nicht gedacht dass ich mich dem so exzessiv widme. Wenn ich nicht für die Schule gelernt habe wurde mir manchmal die Gitarre weg genommen. Als Jugendlicher habe ich sehr viel Musik gemacht, das war mein Ausgleich.“
Sebastian: „Das muss man auch erst einmal erkennen, dass Musik so etwas Essentielles und Wichtiges sein kann. Ich habe zum Beispiel eher lange dafür gebraucht, um die Musik im Radio mit meinem eigenen Instrument in Verbindung zu bringen, das waren lange zwei Welten für mich.“
Robin: „Bei mir war das anders, auch rein körperlich konnte ich mich richtig auspowern und stundenlang Musik machen und habe dadurch dann gespürt, wie gut die eigene Musik klingen kann.“
Maike, Actionhouse: „Also bei Robin waren es eher die Emotionen, bei Sebastian eher Unterricht und das Lernen eines Instrumentes an für sich.“
Sebastian: „Anfangs ja. Später habe ich angefangen, die Musik zu hinterfragen, warum man beispielsweise unbedingt in Genres einteilen muss. Dann habe ich angefangen, die Dinge anders zu machen, vor allem um mich selbst auszudrücken.“
Michal, Actionhouse: „Also hast du auch viel experimentiert?“
Sebastian: „Ja, das war sicher bei uns beiden so. Wir haben klein angefangen mit einfachen Ideen, die Ideen ausgebaut und dann später auch auf der Bühne ausprobiert.“

 
Maike, Actionhouse: „Wie lange macht ihr denn schon zusammen Musik?“
Robin: „Wir spielen seit anderthalb Jahren zusammen. Wir haben uns zuerst monatlich getroffen und viel gejamt, um einen gemeinsamen Sound zu finden. Wir haben gemeinsam viel entwickelt, aufgenommen, ein Video gedreht, es kam eins zum anderen. Später mussten wir uns dann aber überlegen, wie wir diese Ideen live umsetzen können. Inzwischen spielen wir viele Konzerte und proben eher wenig, das meiste ergibt sich oft auf der Bühne.“

 
Maike, Actionhouse: „Welche Musik hört ihr beide denn persönlich in eurer Freizeit?“
Sebastian: „Ich mag vielschichtige Musik, also zum Beispiel experimentelle Orchestermusik, Indietronica, Post-Rock, Jazz. Das ist fast immer Musik, die verschiedene Genres miteinander verbindet, sehr lebendig und meist instrumental ist.“
Robin: „Ich höre Querbeet, elektronische Musik, DJ-Sets, New Soul. Ansonsten muss ich gestehen bin ich relativ hörfaul, wenn ich Musik hören möchte spiele ich selber. (lacht) Früher habe mit Heavy Metal angefangen und dann Flamenco gelernt.“

 
Maike, Actionhouse: „Was war denn das verrückteste, dass ihr jemals erlebt habt?“
Robin: „Ohje da gibt es einiges. Ich glaube das Verrückteste war, dass ich für Miss India spielen und sie persönlich treffen durfte. Ich bin dazu gekommen, da ich am Indian Institute for Technology Bombay referieren durfte, dann wurde ich eingeladen bei der Miss India Competition zu spielen. 2013 war das.“
Maike, Actionhouse: „Das ist ja schon eine große Ehre.“
Robin: „Ja wir sind auch immernoch in Kontakt.“ (lacht)
Sebastian: „Das kann ich jetzt nur schwer toppen.“ (lacht)

 

Ein Fotoausschnitt aus dem Musikvideo "Role for Gold"

Ein Fotoausschnitt aus dem Musikvideo „Role for Gold“

 

 
Michal, Actionhouse: „Was möchtet ihr mit eurer Musik bei den Menschen auslösen?“
Sebastian: „Wir möchten erreichen, dass die Menschen die Gedanken hinter der Musik erkennen. Also dass sie sich fragen, wie die Musik entsteht und wer sie spielt. Die Leute sollen die Melancholie entdecken, aber auch Energie spüren, tanzen und Spaß haben.“
Robin: „Musikalisch wünsche ich mir, dass die Zuhörer den Zugang zu elektronischer Musik bekommen, dass sie erkennen, wie viel Arbeit und musikalisches Können hinter diesem Sound steckt.“

 
Maike, Actionhouse: „Welche Projekte sind gerade noch bei euch aktuell?“
Robin: „Ich arbeite mit meinem indischen Team zusammen und entwickle mit dem ACPAD ein Instrument, mit dem ein Gitarrist verschiedene Klänge gleichzeitig spielen kann. Mir liegt viel daran, dass daraus ein marktreifes Produkt entsteht. Inzwischen sind wir in der Finalisierung der Entwicklung und Optimierung.“
Sebastian: „Mit unseren Entwicklungen haben wir beide viele Erfahrungen gesammelt, die für viele Musiker und Hersteller neu sind. Derzeit sind wir dabei, das Know-How aus diesen Projekten zu verknüpfen. Ich arbeite derzeit unter anderem an einer App für interaktives Komponieren von Musik.“

 
Maike, Actionhouse: „Wenn wir zwei gute Feen wären, was würdet ihr euch wünschen?“(lacht)
Michal, Actionhouse: „Also musiktechnisch, natürlich.“ (lacht)
Robin: „Also ihre beide?“ (lacht)
Sebastian: „Ich möchte einfach etwas mehr Zeit haben, um unsere Musik weiter zu entwickeln.“
Robin: „Ja, dem kann ich nur zustimmen, einfach weiterhin so tolle Erlebnisse auf vielen Konzertbühnen sammeln!“

 
Michal, Actionhouse: „Wir wünschen Euch beiden auf jedenfall viel Erfolg auf eurem weiteren Weg und bedanken uns für das interessante Interview!“
Robin & Sebastian: „Gern geschehen!“

 

Interview: Michal Hochhaus, Maike Baumann

Interview mit Hannes Kramer

Schon im November zeigten Hannes Kramer und Leila Schwenger mit ihrer Ausstellung „Onnaschda“ ihre wunderbar realistischen Porträts im Action House. Ein echter Augenschmaus für unsere Gäste. In fröhlicher, ausgelassener Atmosphäre waren die beiden engagierten Künstler im Gespräch mit euch. Wir haben noch einmal ihre Kunst genauer unter die Lupe genommen und Hannes interviewt.

„Kunst ist mein Ausdrucksmittel , im Vordergrund stehen für mich der Naturalismus und die Darstellung purer, unverfälschter Emotionen.“ Hannes Kramer.

Maike, Action House: Du hast vor einiger Zeit deine Kunst in der Ausstellung „Onnaschda“ im Actionhouse gemeinsam mit Leila gezeigt. Woher kennt ihr euch?
Hannes: „Ich kenne Leila schon seit meinem ersten Semester, seit dreieinhalb Jahren. Sie war von Anfang an eine gute Freundin. Wir haben ungefähr die gleiche Fächerkombination, wir studieren beide Realschullehramt in den Fächern Deutsch und Kunst. Ich habe als Nebenfach Ethik gewählt und Leila Geschichte. Über die Kunst haben wir uns näher kennengelernt.“

Maike, Action House: „Onnaschda“ steht ja für „anders sein“. Wie seid ihr auf den Titel gekommen?
Hannes: „Onnaschda ist kurpfälzisch, da Leila aus dem Schwabenland kommt und ich aus Baden verbindet uns der einnehmende Dialekt. Bei dem Titel der Ausstellung wollten wir bewusst etwas nehmen, dass zu Heidelberg passt und natürlich auch zu uns. Wir sind beide ein wenig anders, Leila ist halb Marrokanerin, hat wuschelige Haare und ich bin eben die typische deutsche Kartoffel. Darin besteht schon einmal der erste Unterschied. Und gerade wegen unserer Unterschiedlichkeit verstehen wir uns so gut. Unsere Kunst ist zwar eher nicht „anders“, sondern eher realistisch, unsere Stile sind ähnlich aber unterscheiden sich doch auch wieder, was es auch sehr spannend macht. Mit dem Titel wollten wir gezielt Fragen aufwerfen und Interesse bei den Menschen wecken.“

Maike, Action House: Wann hast du die Kunst für dich entdeckt?
Hannes: „Das war schon sehr früh, mein Vater hat mir oft Malstifte gekauft und natürlich muss es auch von der Persönlichkeit stimmen, kreativ sein kann man natürlich in vielen Bereichen aber das Malen ist meine Art von Kreativität. Wenn ich gestresst bin oder traurig dann kann ich durch das Malen entspannen. Als ich dann 18 wurde stand ich vor der Wahl ob ich mich im Basketball mehr betätige oder im künstlerischen Bereich und so habe ich mich für die Kunst entschieden.“

Maike, Action House: Worin findest du deine Inspiration?
Hannes: “ Mit meiner Kunst möchte ich Gesichtsausdrücke einfangen, das ist meine Intention. Ich male Fotografien ab und treffe eine Vorauswahl welche Ausdrücke mir gefallen. Mir ist es wichtig, dass ich nicht nur Dienstleister bin und Bilder von selbst ausgewählten Fotos der Porträtierten male, sondern selbst entscheiden kann. Natürlich kann ich mir auf Grund meines Bekanntheitsgrades noch nicht alles herausnehmen, deswegen ist das gezielte Porträtieren natürlich noch ein Teil meiner Arbeit. Ansonsten ist die Kunst eher für mich, nicht kommerziell gedacht.“

Maike, Action House: Wie gehst du mit Kritik um?
Hannes: „Natürlich ist es das größte Lob für mich, wenn ich der Person die ich gemalt habe das Porträt schicke und es gefällt ihr. Ich habe auch einige Freunde gemalt und bekomme viel Rückmeldung. Ich lese auch alles was ich an Kritik bekomme, natürlich gibt es manchmal auch blöde Kommentare, auch Neckereinen von Freunden. Ich weiß wie es gemeint ist und im Großen und Ganzen bekomme ich viel positive Rückmeldung, es ist wirklich schön, wie es sich gerade entwickelt.“

Maike, Action House: Hast du dir alles selbst beigebracht? Hast du Kurse besucht oder Youtube Videos angeschaut?
Hannes: „Ich komme aus dem Graffitilager und habe in Offenburg gelernt mich über Graffiti auszudrücken. Mit einer Dose zu malen bedeutet mit dem ganzen Körper zu malen, es ist ein schönes Gefühl. Man arbeitet aus dem Gefühl heraus und das ist ganz anders als das Zeichnen. Beim Zeichnen hat man feinere Striche, am Anfang hatte ich eine härtere Strichführung. Ich war in Offenburg fünf Jahre in der Jugendkunstschule bis ich 12 war. Dort habe ich viele verschiedene Sachen ausprobiert wie Töpfern, Basteln. Die kulturellen Mittel dort sind sehr groß, da konnte ich mich glücklich schätzen. Ich hatte also viel Anregung durch die Menschen und die Umgebung.“

Maike, Action House: Deine Poträts sind sehr realistisch und haben Wiedererkennungswert da du Techniken wie Spraypaint, Watercolor kombinierst. Du fertigst auch Porträts von Rappern wie Azad, Massiv oder kurdo an. Was verbindet dich mit diesen Künstlern?
Hannes: „Die Rapmusik ist ein Element von Hip Hop, zum Hip Hop gehören ja die vier Elemente Rap, Graffiti, DJ-ing und Tanzen/ Breakdance. Ich wurde in meiner Jugend schon sehr geprägt, da ich davon sehr fasziniert war und ich schaue mir auch heute noch viele Interviews an, auf Rap.de oder HipHop.de. Ich male die Porträts von Azad oder Kurdo nicht, weil ich sie als Mensch so schätze, ich kenne sie ja nicht persönlich, sondern als Tribut an deren Musik und Beats. Leila malt auch viele Rapperporträts und so haben wir und quasi gegenseitig motiviert und herausgefordert. Ich habe auch das Plattencover für das Album von Massiv gemalt, welches im Juni erscheinen wird.“

Maike, Action House: Das ist auch eine große Promo(tion) für dich.
Hannes: „Ja, aufjeden Fall, so kann ich ein Stück meiner Kunst in die Welt hinaustragen.“

Maike, Action House: Wir haben uns gerade schon über die Rapperporträts unterhalten, wie diese dich geprägt haben. Die Texte handeln oft von Drogen, Gewalt oder provokante Darstellungen von Frauen. Wie ist denn deine persönliche Meinung dazu?
Hannes: „Jetzt kommen die schwierigen Fragen (lacht). Also ich hatte eine behütete Kindheit, meine Mutter ist sehr versiert in Psychologie und ich bin also eher ein pazifistischer Mensch, ich bin gegen Gewalt, sowohl gegen Frauen, als auch jegliche andere Gewalt. Ich höre mir so etwas nicht an. Ich muss eher schmunzeln beispielsweise über ein Ghetto, dass es nicht gibt, Emmertsgrund oder Rohrbach sind ja eigentlich keine Ghettos, das weiß man. Diese Mentalität, von unten nach oben zu kommen ist eine gute Message. Ich höre diese Musik auf einem ganz anderen Ohr wie Jugendliche oder Kinder. Ich finde es auf eine Weise bedenklich, dass gerade junge Kids so etwas hören. Als ich mein ISP (Integriertes Semesterpraktikum) in Sandhofen bei Mannheim Waldhof gemacht habe, habe ich gemerkt, dass die Kids dort schon einiges in ihren jungen Jahren erlebt haben und das rührt auch von dieser Rap-Mentalität, die den Kids aus der Seele spricht. Ich kann da differenzieren.“

Maike, Action House: Das heißt du ziehst aus den Texten heraus was für dich wichtig ist?
Hannes: „Genau, ich höre auch nicht den ganzen Tag Rap. Ich höre außerdem Klassik, Chillstep oder 80er, Funksoul, Reggae oder Dancehall. Es kommt beim Rap immer auf die Texte an, da muss jeder für sich entscheiden, was er ernst nimmt und was nicht ernst gemeint ist von den Künstlern. Wenn man eine gute Erziehung genossen hat, dann kann man das hören ohne kriminell zu werden.“ (lacht)

Maike, Action House: Gerade als angehender Pädagoge muss man wissen, wie man damit umgeht.
Hannes: „Genau. Vielleicht mache ich irgendwann einmal einen Rapkurs für Schüler.“ (lacht)

Maike, Action House: Einige deiner Porträts zeigen auch Frauen in sexuellen Posen. Was möchtest du damit ausdrücken.
Hannes: „Da ich ein Mann bin, ist das weibliche Geschlecht logischerweise sehr interressant für mich. Es ist für mich nicht so interressant Männer zu malen, habe ich auch schon, aber das ästhetische und die Schönheit der Frauen sind eindrucksvoller. Auch Aktfotos, wenn man diese betrachtet, das hat mehr Reiz für mich. Es sind Körper, die gehören nun mal dazu, deswegen hat das noch einen realistischen Rahmen. Ich sexualisiere keine Personen die ich male.“

Maike, Action House: Dürfen wir auch auf männliche Aktzeichnungen hoffen? Das würde sicher eine andere Zielgruppe ansprechen.
Hannes: „Selbstverständlich, wenn die Nachfrage besteht und man mir das vermittelt. Ich lasse mich auch von den Personen leiten, denen meine Kunst gefällt. Ist eigentlich keine schlechte Anregung, da sollte ich mir ein paar Gedanken darüber machen. Aber möchte nichts versprechen. Wir werden sehen. “ (lacht)

Maike, Action House: Es wird gesagt, dass Künstler einige schlechte Eigenschaften haben. Was uns brennend interessieren würde ist, hast du welche? Wenn ja, nenne drei.
Hannes: „Da gibt es so einige. Ich möchte mcih natürlich nicht schlechtreden. Ich bin von Natur aus faul, ich schiebe alles vor mir her. Ich rede mir ein, dass ich auf den letzten Drücker besser arbeite, aber wahrscheinlich wäre es anders viel effektiver. Ich bin ein schlechter Verlierer, gerade beim Sport. Da kann ich auch schon einmal ziemlich beleidigt sein. Und ich bin ein bisschen eitel. Nicht arrogant, sondern eitel. Ich glaube ein bisschen eitel zu sein ist ganz gesund. Stur, ja stur bin ich sehr. Mit dem Kopf durch die Wand. Ich sage mich auch schnell von etwas los, obwohl ich es vielleicht gar nicht will, ich stoße schon manchmal Menschen vor dne Kopf und rede viel Unsinn. Ich hoffe meine Freunde mögen mich trotzdem, oder gerade deswegen. “

Maike, Action House: Ein bisschen stur und eigen zu sein, passt auch ganz gut zu dem Kreativen Part.
Hannes: „Das gehört denke ich dazu. Man will natürlich nicht zu befremdlich wirken. Es laufen viele Künstler herum mit der Nase nach oben, Künstler mit enorm hohen Preisen, die manchmal nicht ganz nachvollziehbar sind. Aber ich habe mir als Ziel gesetzt so zu bleiben wie ich bin.“
Maike, Action House: Hast du Tipps für Hobbyzeichner? Gibt es Kurse bei denen man sich anmelden kann?
Hannes: „Es gibt da einerseits die handwerkliche Komponente, andererseits die Originalität der eigenen Kunst, dass man mit dem Handwerk umgehen kann ist wichtig und seinen eigenen Stil zu finden. Auf Youtube kann man sich Zeichentutorials anschauen, ich bin allerdings dagegen sich auf eine Sache festzulagen. Es ist besser sich breitläufig umzuschauen. Man sollte auf sein Herz hören und einfach Malen. Es ist sehr viel Fleißarbeit und natürlich Übungssache. Es gibt keine genaue Anleitung. So bleibt die Kunst ehrlich.“

Maike, Action House: Ich bedanke mich herzlich bei dir für das interessante Interview!
Hannes: Danke, immer wieder gerne.

#Hannes #Maike #Interview #Kunst und so...

#Hannes #Maike #Interview #Kunst und so…

Interview mit Hannes Kramer

Interview: Maike Baumann
Fotos: Tatjana

Action House Rap


Im Dezember hatten wir unsere jährliche Weihnachtsfeier. Simon überraschte uns mit einem Rap, indem er alle unsere Projekte, Kurse, Actions und Leute besingt! FUN!

Gut gerutscht – 2014 here we come!

happyEin paar Worte zum Jahresbeginn von Julia, Action-House-Gründerin und Visionärin:

„2013: Unser fünftes Jahr! Die Rückschau begeistert mich denn dieses Jahr gab es so viele Highlights, die ohne Euch nicht möglich gewesen wären: Lokale und internationale Musiker bei unseren Wohnzimmerkonzerten, Songwriting-Workshop, 3D-Drucker-Präsentationen, ein Vintage-Mode-Shop in der Ehemaligen Feuerwache (Dezernat 16), eine Modenschau mit der Halle02, mehrere Tauschrauschs zu guten Zwecken, und last but not least der Start des Crashkurs Filmproduktion… 2013 war kunterbunt. Man darf dazu gerne diesen Blog ein bisschen durchstöbern.sofa

Ich selbst habe nach der Modenschau (SOFA No. 4) beschlossen, etwas kürzer zu treten und mich um meine herzigen Kinder zu kümmern, die mit dem stolzen Alter von jetzt zwei und sieben Jahre sehr fordernd sein können.kids

Es waren auch bald einige neue UnterstützerInnen zur Stelle: Wir haben mit Anna, Lisa, Oktavia und Friederike eine enorme Verstärkung im Team erhalten.* 

Anna, Bloggerin, Vintageshop-Besitzerin und Künstlerin, unterstützte uns trotz ihrem eigenem bunten Leben bei vielen der Handarbeits- und Modeprojekte in diesem Jahr. Durch ihre alternative, offene und sehr hilfsbereite Art waren wir in der Lage, die Weihnachtswerkstatt und den Schmuck-Workshop anzubieten. Danke, Anna!

Lisa schmeißt seit Frühling die Wohnzimmerkonzerte, schlägt sich mit der GEMA rum, kümmert sich um die Künstler und bezaubert uns alle durch ihre charmante, positive und motivierende Art. Auch dürfte man sie inzwischen zum offiziellen Haus-Model und zur Stage-Managerin der Modenschauen (und der Konzerte!!!!) küren dürfen.

Friederike, die freundliche Frau an der Bar, regt uns gerne zum Nachdenken und zur besseren Orga an. Die „Umstudentin“ (von Anglistik zu Grafikdesign) traute sich, „Erwachsenenschminken“ beim Heidelberger Herbst anzubieten und hat gerade eine neue Stofftaschen-Kollektion erstellt, die man bei den Wohnzimmerkonzerten erwerben kann.friederike

Mit Oktavia kam gleich noch ein weiteres Maskottchen ins Action House Team, nämlich ihr Dackel Finja! Oktavia bot sich an, Mädchen für alles zu sein. Und genau das ist sie für uns geworden. Die gute Seele im Action House, die gerne mit anpackt, die Bar, die Kasse, die Nähkurse bereichert oder uns „alten Hasen“ gerne mal die Kids abnimmt.okt

Ich bin sehr dankbar und fühle mich absolut geehrt, wenn ich auf die letzten fünf Jahre zurückblicke und einerseits sehe, wer da immer noch an meiner Seite steht – Simon, Markus, Alicia, Marki: danke für  Treue und Support – und andererseits, wie das, was ich vor über fünf Jahren gemeinsam mit meinem Mann Chad in unserem Wohnzimmer in der Bergheimer Straße ins Leben gerufen habe, gewachsen ist, Freunde und Unbekannte anspricht und anregt.

Gewachsen durch ein Team, gelegentliche Unterstützer oder einfach nur ermutigende Worte von Besuchern. Manchmal braucht es nur jemanden, der sich traut, der loslegt, der den Weg bereitet. Ich habe den Eindruck, das haben mein Mann und ich geleistet.

Dann musste das Action House erst einmal ankommen und sich weiterentwickeln. Ich hatte sicher den einen oder anderen Moment, in dem ich mein „Baby“ beschützen wollte. Doch das Action House lebt von neuen Ideen, und so kam ich immer wieder an den Punkt, an dem ich mir sagte: geht nicht gibts nicht

Das Action House konnte somit eine Plattform für all diejenigen bleiben, die sich kreativ austoben wollen. Dies ist mir auch im kommenden Jahr ein großes Anliegen. Leute willkommen zu heißen, diejenigen zu connecten, die gern gemeinsam kreativ sind und die einen Raum brauchen, dies auszuleben. Genau deshalb freue ich mich auf weitere, größere Räume in der nahen Zukunft. Wer weiß, vielleicht können wir einen Shop eröffnen? Ein kleines Café? Mehr Co-Working-Plätze? Pflanzen-Tauschbörse? Indie-Filmfest? 

Träumen ist schön. Loslegen besser. Auf ein gewaltiges Ende der Aufschieberei, mehr individuelle Action (tu das, wofür dein Herz schlägt, auch wenn dich alle für schräg erklären) und die Gewissheit: Mit diesem hervorragenden Team lässt sich noch einiges bewegen!

Eure Julia“

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heimat 2.0 – Guerilla Stitching

where the f*** is home?

Heimat. Wo ist das eigentlich? Wenn es darum geht, seine Heimat zu bestimmen, würde die spontane Antwort meistens lauten, dass das dort ist, wo man geboren oder aufgewachsen ist. Die frühsten Kindheitserinnerungen, typische Gerüche und Geräusche, die man nur von diesem einen Ort kennt und die einen sofort in Erinnerungen schwelgen lassen sobald man etwas davon wahrnimmt. Das kann der knarzende Dielenboden im Haus der Großeltern sein, der Geruch der Wälder in denen man früher herumtollte oder der alte Schaukelstuhl in dem man saß und die Füße nicht einmal bis zum Boden reichten. Allerdings verbringt man heutzutage kaum noch viel Zeit an diesem Ort der früher der einzige war, an dem man sich zu Hause und geborgen fühlte. Irgendwann wurde er zu klein und zu eng und man zog in die nächstgrößere Stadt oder sogar hinaus in die große Welt. Man war auf sich allein gestellt, schuf sich ein neues, eigenes Umfeld. Und irgendwann war man angekommen, stolz auf sich und fühlte sich genauso zu Hause, wie früher, aber doch auch irgendwie anders. Man hatte jetzt ein neues Zuhause.

In einer Welt in der es immer weniger Grenzen gibt, jeder mit jedem vernetzt ist und alles rasend schnell geht hat fast jeder irgendwie zwei Heimaten. Moment… Heimaten? Im Duden steht hinter dieser Pluralbildung „selten, nicht üblich“. Also hat jeder doch nur genau eine Heimat? Fakt ist, dass zu Beginn der Ausbildung oder des Studiums viele das Weite suchen. WGs und Stipendien oder Austauschprogramme bieten eine Menge Möglichkeiten. Doch genau diese Fülle an Unabhängigkeit und vorgelebter Rastlosigkeit kann einen auch ganz schön schwindelig machen. Früher oder später beruhigt sich der anfängliche Freiheitsdrang und man sehnt sich zurück nach Geborgenheit, ja einem Zugehörigkeitsgefühl. Denn das ist eine zweite wichtige Komponente um die es bei der Heimat geht. Sie ist nicht nur ein bestimmter Ort, sondern auch ein Gefühl. Man fühlt sich irgendwo angekommen, sei dies nun in Bottrop, in Barcelona oder in Botswana.

Forscher nennen es „Cocooning“, den aktuellen Trend sich in die eigenen vier Wände zurückzuziehen oder als Großstädter zurück aufs Land zu ziehen wenn die Welt draußen einem zu schnell, zu laut und zu kompliziert geworden ist. Es lebt eine neue Heimatverbundenheit auf, man macht es sich gemütlich und gilt dabei nicht gleich als Spießer. Heimwerker-Aktivitäten sind wieder cool, die DIY-Bewegung hat sich zu einem eigenen Wirtschaftszweig entwickelt, Individualität und Kreativität sind angesagter als Masse und Konsum. Das Konzept Heimat geht in die nächste Runde: heimat 2.0!

KursteilnehmerinnenBrainstorming

Beim Guerilla Stitching-Workshop des Action Houses im Rahmen des Alternativen Frühlings kombinierten die Teilnehmerinnen genau diese beiden Themen, das der Heimat und das der Kreativität. Von Kursleiterin Dominique Funk lernten sie zunächst verschiendene Guerilla Stitching-Techniken und Tools kennen und entwickelten dann eigene textile Statements zum Thema heimat 2.0. Jede Teilnehmerin schuf so ihre eigene Mixed Media Collage und platzierte ihr Werk im Rahmen des urbanen Festivals im öffentlichen Raum.

So wie Ana, 28, Übersetzerin aus Madrid, die Heimat in erster Linie mit einem Ort verbindet. Ihr Art Work heißt „heimat para llevar“ (übersetzt Heimat „to go“) – Fernweh vs. Heimweh – Eine mobile Heimat für moderne Nomaden.

heimat para llevar

 

„Innerhalb der letzten Jahre habe ich an vielen verschiedenen Orten gelebt und bin oft umgezogen. Mittlerweile habe ich erkannt, dass ich mir mit meinen Büchern und Fotos überall eine Umgebung schaffen kann, in der mich mich sicher und geborgen fühle. Als mobiles Heimatsymbol habe ich heute eine spanische Flagge gefertigt. Im Zentrum befindet sich eine Art moderne Marienfigur die auf ihrem Rücken einen Berg an Koffern und Erinnerungen mit sihc trägt. Über ihrem Kopf befindet sich ein Heiligenschein aus Meeresfrüchten, einem Gericht, das ich mit einem Heimatland verbinde und hier vermisse. Am unteren Bildrand sind ein paar bandagierte Füße zu sehen die wegen der zahlreichen Kilometer voller Eindrücke und Begegnungen erst einmal eine kleine Ruhepause benötigen. Meine Heimatflagge ist leuchtend rot und bewegt sich im Wind. Sie besitzt kaum Gewicht. Sie ist faltbar und wärmt mich bei Bedarf. Ich habe meine Flagge heute in Heidelberg gehisst. Man findet sie in den Ästen eines kleinen Baumes zwischen dem Eingang der Kunsthalle und dem Zollamt.“

Ganz anders hingegen definiert Hannah, 22, Studentin der Kunstgeschichte aus New York Heimat mit einem Gefühl. Ihr Art Work lautet „inside joke“ – Heimat passiert zwischen Menschen. Zu wissen was der andre meint, ohne dass er sich erklären muss.

inside joke Teil1inside joke Teil2

„Ich habe zwei Portraits von Freunden gefertigt, die durch unsichtbare Bande verbunden sind und sich erst auf den zweiten Blick erschließen: Ein Bild zeigt einen Mann, das andere eine Frau. Jeder er beiden formt einen Gedanken im Kopf. Er denkt das Wort „inside“, sie vollendet seinen Gedanken mit dem Wort „joke“, woraus zusammen gelesen der Begriff „inside joke“ entsteht. Um diesen Begriff weiterzuspinnen wurde der Mann außerdem an der Tür zur Frauentoilette angebracht, während die Frau die Tür der Männertoilette ziert. Die beiden Worte sind mit identischem roten Garn auf weißes Karopapier gestickt auf dem wir als Schulkinder einander immer kleine Briefchen schrieben und unter dem Tisch heimlich umherreichten. Mit guten Fruenden entwickeln wir mit der Zeit eine eigene Sprache und einen eigenen Humor. Es entsteht eine Art exklusiver Club in dem man sich frei bewegen kann, in dem man sich bild versteht, in dem man zuhause ist.“

Dominique

Dominique Funk

Kursleiterin Dominique übrigens hat sich der Liebe wegen gerade entschlossen Heidelberg zu verlassen und sich im Ruhrgebiet niederzulassen. Das ist natürlich bei weitem die beste Grundlage für eine neue Heimat, finden wir. Wir wünschen ihr dabei alles Gute. Auf ihrer Homepage hält sie uns auf dem Laufenden und ihr könnt mehr über sie erfahren.

 

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