Kulturelle Vielfalt herbeidiskutieren – Teil 1

Es gibt zu wenig Räume für die Unter-Zwanzigjährigen in Heidelberg. Finden diese und laden die Heidelberger Raumvergabe-Prominenz ins dai, darunter den Kulturbürgermeister Joachim G. und Kreativwirtschaftsbeauftragten (Zungenbrecher) Frank Z. Ja, in Heidelberg kann man es zu einigem Ansehen bringen, wenn man über Räume zu diskutieren versteht. Es wurde sogar richtig spannend (von den seltsamen Überbrückungsfragen des SWR4-Moderators Christian S. einmal abgesehen). Die für mich klarsten Bekenntnisse kamen von der Ex-Jugendgemeinderätin Hannah Eberle (auch Bildungsstreikaktivistin und Grünensprecherin, mittlerweile natürlich wo? in Berlin) und Derek Cofie-Nunoo von generation.hd. Beide erklärten den Schülern in der ersten Reihe, sie sollten doch einfach mal was machen, also sich einfach mal irgendwie selbst verwalten, anstatt auf die Hilfe der Stadt zu zählen und auf große Räume zu hoffen. Natürlich warfen sie auch der Stadt vor, das mit den Räumen dauere ja schon Jahre. Oh nein, sagten da Zumbruch und Gerner und zogen ihre Joker aus der Tasche: Es gibt Räume! Als da wären: Keller im Pfaffengrund und alte Industriehallen, auch im Pfaffengrund, und noch ein Keller unter der halle02. Das klang wie Weihnachten und Ostern zusammen für die versammelten Schüler. Aber, fragte Ex-Gemeinderatsvorsitzende Laura Thimm-Braun angesichts dieser verblüffenden Fülle an Kellern und alten Hallen, was ist jetzt damit?
Das müsse erst im Gemeinderat verhandelt werden, hieß es. Das klang auf einmal wieder wie: Jahre. (SPD: „Das Geld dafür ist nicht da!“ –  generation.hd: „Es ist da!“, Bürgermeister: „Der Souverän entscheidet!“). Also sicher nützlich von Cofie-Nunoo, dass er den Schülern zum Abschluss abermals den Rat gab, nicht auf eine Raumvergabe durch die Stadt zu bauen, sondern sich selbst was zu suchen.
Im Action House könnte der eine oder andere tatsächlich fündig werden. Wir haben leider keine geile Industriebrache verpasst bekommen, dafür aber kleine Studioräume in Bergheim. Wir haben einen Bandprobenraum, eine Werkstatt für Modedesign, eine Lounge und Arbeitsplätze, die jeder nach Absprache mit uns nutzen kann. Eine Mail an actionhousehd@gmail.com genügt. Guckt auch mal auf unsere Seite, die heute ihr zweitägiges Bestehen feiert: http://www.actionhouse.org/ Um es mit den Worten von Pascal Baumgärtner (Subkultureller Fortschritt) zu sagen: „Im Vordergrund stehen diejenigen, welche offen und kreativ genug sind, um dieser Stadt zu neuen, inspirierenden und positiven Vibrationen zu verhelfen“ (Ohrfeige Nr.1 2011, S.44).

Ein Kommentar

  1. […] Kulturelle Vielfalt herbeidiskutieren – Teil 1 via Action House Heidelberg by freeek on 1/18/11 […]

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